Am Freitag, dem 29. November, haben auch wir für echten Klimaschutz demonstriert. Zusammen mit Fridays for Future-Aktivist*innen und vielen anderen Menschen aller Generationen waren wir in Simmern, der Kreisstadt des Hunsrücks, auf dem Schlossplatz laut. Wir waren insgesamt rund 100 Demonstrant*innen.

Am Tag des dritten Globalen Klimastreiks und des Klimagipfels der Großen Koalition in Berlin, 20. September 2019, entschied sich die Bundesregierung dazu, 1,4 Millionen warnende Stimmen in Deutschland zu ignorieren und sich vom 1,5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu verabschieden. Sie beschloss eine Liste an Scheinmaßnahmen für den Klimaschutz und nannte es „Klimapaket“, obwohl dort in keiner Weise die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den jetzt notwendigen Schritten berücksichtigt wurden, die wir brauchen, um das Klima zu retten. Die GroKo beschloss eine CO2-Bepreisung von gerade einmal 10 Euro pro Tonne ab 2021. Fridays for Future fordert einen Preis von 180 Euro pro Tonne, was auf dem Konsens vieler Wissenschaftler*innen beruht und die Bedingung für eine wirksame CO2- Reduktion ist.

Diese Ergebnisse zeigen, dass der Kampf um konsequenten Klimaschutz noch nicht zu Ende ist. Im Gegenteil, wir müssen damit jeden Tag neu anfangen. Deswegen lief der vierte Globale Klimastreik unter dem Hashtag #NeustartKlima. Wieder wurde für den Kohleausstieg, eine effektive CO2-Bepreisung, die Verkehrswende und Klimagerechtigkeit demonstriert, dieses Mal mit Blick auf den Weltklimagipfel Anfang Dezember in Madrid.

Wir leben immer noch auf Kosten des globalen Südens, setzen Unmengen an schädlichen Treibhausgasen in die Luft, nehmen Tieren und Menschen ihre Lebensräume und schütten die Erde mit Plastikmüll zu. Das Massenaussterben ist real, es wird kommen und die Regierung sieht tatenlos zu. Deswegen sind wir als neu gegründete Grüne Jugend Rhein-Hunsrück am Freitag, den 29. November schwarz gekleidet und mit Sensen zum Klimastreik gegangen. Mit dieser Allegorie wollten wir signalisieren, dass es mit dem Klimawandel um nichts anderes geht als

um Leben und Tod. Außerdem haben wir einen alten Gymnastikball als Erde angemalt, jedoch ohne Pole und ohne Grün. Auf den Ball haben wir zusätzlich den Spruch „Stop denying the earth is dying“ („Hört auf, es zu leugnen, die Erde stirbt“) darauf geschrieben, was wir auch zusammen mit allen Demonstranten riefen.

Um die Erde und damit unsere Zukunft zu retten, brauchen wir jede Einzelne und jeden Einzelnen. Aus 100 Demonstrant*innen im Hunsrück müssen hunderte, tausende werden. Und nicht nur einmal im Jahr (am 20.09. waren es noch über 200 Menschen in Simmern), sondern so oft wie möglich und so lange, bis für eine lebenswerte Zukunft wirksam gehandelt wird!